Jahreskonzert 2014

INTERVIEW mit NIKOLAUS RÖMISCH

Lieber Herr Römisch,

vielen Dank, dass Sie sich kurz Zeit für dieses Interview genommen haben.

Nikolaus RömischDie Musiker des Orchesters freuen sich alle schon auf Ihren Besuch und darauf zusammen mit Ihnen auf der Bühne zu stehen. Wie kam es dazu, dass Sie dem Blasorchester Niederschopfheim einen Besuch abstatten?
Der Kontakt kam durch eine persönliche Bekanntschaft zu Mitgliedern des Blasorchesters zustande, die mich gefragt haben, ob ich mir vorstellen könnte, bei diesem Projekt mitzuarbeiten.

Musik spielt in Ihrem Leben eine große Rolle. Was war Ihre erste Begegnung mit Musik?
Sicher das Lauschen einer LP, die meine Eltern gerne und oft hörten. Aber auch an regelmäßige Konzertbesuche von klein auf kann ich mich gut erinnern.

Warum haben Sie angefangen Cello zu spielen? Was hat Sie an diesem Instrument fasziniert?
Vor allem das um 10 Jahre ältere Mädchen, welches dieses spielte. (Anm. d. Red.: siehe Vita). Und natürlich der Klang, der einer menschlichen Stimme so ähnlich ist.

Welche Musik hören Sie privat?
Das ist vielleicht das Schicksal eines Profimusikers: Musik höre ich im privaten Bereich eher selten, da die Ohren sehr dankbar für Ruhe sind! Wenn dann doch mal was läuft, kann es aber auch Jazz oder Heavy Metal werden.

Welches war Ihr schönstes musikalisches Erlebnis?
Für eine angemessene Liste reicht sicher der Platz in diesem Heft nicht aus. Aber in der Erinnerung sehr fest verankert haben sich die Erlebnisse in diversen Jugendorchestern.

Als Cellist der Berliner Philharmoniker haben Sie sicher viel zu tun. Wie sieht für Sie ein ganz normaler Arbeitstag aus?
Da wären 2 Tage mit 2 Proben im Orchester, meistens vor- und nachmittags. Dann ein Tag mit Generalprobe und Konzert, dann noch 2 weitere Konzerte. In den Pausen oder abends muss man dann selber auch noch ein bisschen üben.

Bleibt da noch viel Freizeit? Und was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Zum Glück bleibt auch noch Freizeit übrig, die vor allem der Familie zu Gute kommt. Aber Sport mit Freunden (Fußball , Beachvolleyball, Schwimmen) kommt auch nicht zu kurz.

Sie spielen bei den 12 Cellisten, einem Ensemble der Cellisten der Berliner Philharmoniker. Was ist so besonders an diesem Orchester?
Das Können der einzelnen Musiker in Verbindung mit der 100prozentigen Hingabe an ein optimales Konzerterlebnis.

Mit den 12 Cellisten bereisen Sie viele Länder. Welches Land war für Sie am eindrucksvollsten?
Auch hier wäre eine lange Liste fällig. Aber herausragend waren sicher Island, Australien und Argentinien.

Bei Konzertreisen, Auftritten oder Proben gibt es sicher viele komische Momente. Können Sie uns von einem solchen berichten?
Zu einem Konzert der 12 Cellisten in Venedig kamen wir von einer USA-Tournee des Orchesters mit so ausgeprägtem Jetlag, dass wir erst unmittelbar vor dem Auftritt bemerkten, dass unser 12. Spieler noch nicht anwesend war (er hatte natürlich verschlafen). Zum Glück hatten wir noch einen Trompeter als Solisten dabei, der die Zeit bis zum Eintreffen des Kollegen mit freier Improvisation galant überbrücken konnte.

Vielen Dank, dass Sie unsere Fragen beantwortet haben. Die Musiker des Blasorchesters Niederschopfheim mit dem Dirigenten Rüdiger Müller freuen sich sehr auf den gemeinsamen Konzertabend.

(Melanie Gritt)

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Johan de Meij

MIKOLAUS RÖMISCH

* 1972 in Berlin

»Für mich als Berliner war die Stelle bei den Berliner Philharmonikern immer meine Traumstelle, hatte ich doch schon zu Grundschulzeiten Gelegenheit, das Orchester mit den großen Dirigenten der damaligen Zeit live zu erleben. Immerhin habe ich auch vier Anläufe benötigt, um endlich aufgenommen zu werden.«

Im Laufe seiner Ausbildung war Nikolaus Römisch Schüler von Reinhild Oelmüller, Dietmar Schwalke, Prof. Wolfgang Boettcher und Prof. Ivan Monighetti. Neben mehreren 1. Preisen im Bundeswettbewerb ›Jugend musiziert‹ war er 1988 Laureat des internationalen ›Heran‹ - Cellowettbewerbs in Usti nad Orlici (Tschechien) und 1998 Stipendiat des Deutschen Musikwettbewerbs.

Von 1986 bis 1990 musizierte er im Bundesjugendorchester, von 1990 bis 1996 im Jugendorchester der EU, anschließend engagierte ihn das Orchester der Deutschen Oper Berlin. Nach drei Jahren kam er zu den Berliner Philharmonikern und ist seitdem auch Mitglied der 12 Cellisten.

Wie stellt man sich den klassischen Philharmoniker vor?

Jedenfalls nicht als Berliner Jungen, der in Neukölln geboren wurde, in Lichterfelde, Lankwitz und Kreuzberg wohnte und leidenschaftlich gerne kickt.
Nikolaus Römisch, einer von sieben Berlinern im Orchester, hatte mit fünf im Urlaub ein zehn Jahre älteres Mädchen kennengelernt, das Cello spielte. Er verliebte sich - in das Instrument.

Harmonie Niederschopfheim e.V.
letzte Aktualisierung: 07.02.2020
Musikverein Harmonie Niederschopfheim e.V.